Riesaer Appell: Demokratie heißt Hinsehen und Gesicht zeigen!

Riesaer Appell_1Riesaer Appell_2Auf Initiative der Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit (Sprungbrett e.V., Outlaw gGmbH, Kulturschleuder e.V.) in Riesa konnte am 03. Juni 2010 der “Riesaer Appell:  Demokratie heißt Hinsehen und Gesicht zeigen!” unterzeichnet werden. Neben den 3 Initiatoren haben bereits weitere Vertreter diesen Appell unterzeichnet.  In den Einrichtungen der Träger wird dieser Appell zukünftig zu finden sein.

Den Riesaer Appell gibt es hier als PDF zur Einsicht: Riesaer Appell

Neben der Unterzeichnung in den verschiedenen Jugendeinrichtungen gibt es auch die Möglichkeit, den Appell online zu signieren. Weiterhin möchten wir sie auch einladen, den Riesaer Appell zu diskutieren und zu kommentieren.

Den Riesaer Appell können Sie hier online unterzeichnen.

16 Kommentare zu “Riesaer Appell: Demokratie heißt Hinsehen und Gesicht zeigen!”

  1. Ich kann euren Appell nur von ganzem Herzen unterstützen. Ich finde es beschämend, wie Bürger reagieren, wenn es darum geht, Menschen, die alles verloren haben, noch zu diskreditieren. Diejenigen, die welche als einziges Argument eine “erhöhte Kriminalität” befürchten, sollten sich schämen, und überlegen, wie es ihnen in dieser Lage ginge. Was mich aber auch ärgert, dass immer nur die Kosten ins Feld geführt werden. Eine dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge, die Möglichkeit, Deutschkurse zu besuchen und sie einzugliedern, statt auszugrenzen täte sicher allen gut.

  2. A. Kistler sagt:

    Eben lese ich in einer Münchner Zeitung ( TZ ) von der Strassenumbenennung in Riesa. Leider sind derartige Aktionen nicht auf Riesa beschränkt. Auch in München wurden von den regierenden Rot-Grünen kürzlich aus politischen Gründen Strassen zum Ärger der Anwohner umbenannt. Betroffen Meiserstraße ( Bischof, angeblich antisemische Äußerungen ), Von-Trotha-Strasse ( irgendein General vor dem 1. Weltkrieg ). Ich habe kein Verständnis für diese politisch motivierten Umbennungen, die den Anliegern nur Ärger und Kosten bringen, um irgendein politsches Süppchen zu kochen.
    Mit besten Grüßen
    Andreas Kistler, München

  3. Gunter Spies sagt:

    ABGEKUPFERT; Was ist dass schon.

    “Lernen” das A und O im Leben ist “abkupfern”.

    Bereits im Mittelalter hieß es:

    Lasst uns an dem Alten,
    so es gut ist halten,
    und auf diesem festen Grunde,
    neues schaffen jede Stunde.

    Kupfert also mal schön weiter.

    …..und denk drann, Neid muss man sich verdienen, Mitleid bekommt man geschenkt.

    Ihr macht wenigstens was.

    Wo haben die Magdeburger denn die Idee her??
    Fragt doch bitte mal nach.

  4. Manuel sagt:

    Die Disskusion bezüglich des Riesaer Appell’s finde ich sehr interessant und verfolge sie schon eine ganze Weile.
    Die Argumente von Thoralf Koß sind nachzuvollziehen, nur stellt sich mir die Frage, warum er diese Aktion nicht unterstützt, sie ist schließlich die einzige wirklich greifbare, die sich derzeit bietet.
    Mir fällt auch das “Verschweigen” der Linksextremen auf, doch das hindert doch nicht daran, eine gesunde und demokratische Aktion zu unterstützen.
    Es ist doch immer noch besser einen “Verbrecher” zu schnappen wenn sich die Gelegenheit bietet, anstatt darauf zu warten, das irgendwann einmal die ganze “Organisation” dingfest zu machen ist.
    Diese Aktion gibt es JETZT. Also warum nicht unterstützen?
    Ich glaube als Außenstehender, das das Verweigern der Unterschrift bei den Wählern/-innen nicht im Sinne ihrer politischen Hintergründe gesehen wird und falsch verstanden werden kann.
    Nicht jeder ließt einen solchen Blog und macht sich Gedanken, viele hören nur “irgendwas” und bilden sich ihre Meinung so. Das ist glaube ich die traurige Mehrheit…
    MfG
    Manuel – Student

  5. Stefan sagt:

    Ist eine solche Entwicklung wirklich verwunderlich? Sie ist doch nur das Resultat der staatlichen bzw. kommunalen Sparmaßnahmen. An den mittel- und langfristig wichtigen Punkten bzw. Bereichen wird gespart (vorrangig im Bildungs- und Sozialbereich, was ja schon seit Jahren der Fall ist) und die Beteiligten haben das Nachsehen. Schlau von den “Nazis”, dann diese Lücken mit ihren vermeintlichen Angeboten zu füllen. Die Politik tut dann entsetzt, fordert Zivilcourage – was ja auch wunderbar klappt mit solchen Appellen – und sieht sich und ihre Arbeit dann bestätigt. Frei nach dem Motto “Erst vernichten / streichen und die Suppe darf dann der Bürger auslöffeln”. Einzig und allein steht HIER die Kommune, die Stadt bzw. das Land Sachsen in der Verantwortung.

  6. admin sagt:

    @Thoralf Koß:
    Hier nun nochmal für Alle: Der Grund, dass ihre Kommentare nicht angezeigt wurden, ist letztendlich ganz einfach und dürfte sie nun nicht mehr so nachdenklich stimmen. Das Kommentarsystem arbeitet mit einem automatischen Spamfilter, schließlich soll diese Diskussion vor unsachlichen und spamverseuchten Beiträgen, die sicher auch von Links wie von Rechts oder aus der Mitte sowie den Abgründen des www kommen können, verschont bleiben. Leider sind ihre letzten Kommentare fälschlicherweise als Spam markiert worden, wobei auch keine E-Mail-Benachrichtigung an den Admin geht. Somit habe ich die Meldungen schlichtweg übersehen, da ich eben nicht so oft in den Spam-Ordner schaue. Grund könnte ihre angegebene Website sein, die als Spamadresse vom System interpretiert wurde, was natürlich zu bedauern ist, wenn “menschliche” Kommentare als Spam erkannt werden.
    Soweit zur Aufklärung. Der Spam-Ordner wird jetzt öfters überprüft!
    NACHTRAG: Der erste Kommentar von Thoralf Koß war auch erst im Spam-Ordner gelandet, aber als Einzelfall betrachtet worden.

  7. Dr. Peter Schade sagt:

    Der vortreffichste Kommentar zum “Riesaer Appell” stammt von dem OB-Kandidaten Thoralf Koss.
    Das Grundgesetz – die Verfassung, die jetzt für alle im Bundesgebiet lebenden Deutschen gilt – ist parteipolitisch neutral; aber sie ist dennoch eine Werteordnung. Das war doch die entscheidende Erkenntnis der Verfassungsväter (und -mütter), dass der Staat keine Freiheit jenen gewähren darf, die z.B. die Redefreiheit missbrauchen, um sie zu beseitigen.
    Koss erkennt klar, dass die Bedrohung der demokratischen Grundordnung auch von links erfolgen kann. Und wenn heute noch ehemalige SED-Anhänger davon faseln, dass die DDR kein Unrechtsstaat gewesen sei, sich der Erkenntnis verweigern, dass die DDR – angelegt in ihrem System – ein solches der Unfreiheit war, dann ist die Wachsamkeit der Demokraten geboten.
    Insofern trifft immer noch das Wort von Kurt Schumacher, dem 1. Vorsitzenden der SPD nach 1946, zu: “Kommunisten sind rot lackierte Faschisten.”
    Peter Schade

  8. Andreas Joedecke sagt:

    Endlich mal eine wegweisende Aktion seitens der Verantwortlichen des Stadtrates.Weiter so,darauf kann man bauen!Nazis haben in Riesa nichts verloren.

  9. Thoralf Koß sagt:

    Warum fehlt eigentlich mein letzter Eintrag, in dem ich auf die Reaktionen der “Befürworter” eingehe – fragt sich ganz nachdenklich Thoralf Koß!!!

  10. Thoralf Koß sagt:

    Sehr geehrte Frau Seipold, sehr geehrter Herr Howald, hallo Bernhard,

    ich habe den Eindruck, dass es einige Missverständnis bezüglich meines Verhaltens gibt. Ich hätte natürlich einen eindeutig formulierten Appell gegen die NPD und die Deutsche Stimme bzw. den von dieser Stadt ausgehenden Rechtsradikalismus unterschrieben. Auch einen allgemein gehaltenen Anti-Extremismus-Appell. Aber dieser Appell heißt: “Demokratie heißt hinsehen und Gesicht zeigen!” – und hier krankt bereits der Appell. Es soll doch kein Appell FÜR Demokratie, sondern eine Appell GEGEN den Rechtsextremismussein!
    Ich bin ausgebildeter Germanist und weiß auch, ziemlich genau gewisse Aussagen zu deuten, darum habe ich hier meine Begründung abgegeben, warum ich nicht unterschreiben kann – denn eins ist sicher, sehr viele Menschen erwarten wohl gerade auch von mir eine Unterschrift unter diesem Appell.
    Auch gibt es noch einen weiteren Grund:
    Vielleicht liegt es ja auch daran, dass ich zu DDR-Zeiten in dieser linken Diktatur meine Existenz und mein Leben aufs Spiel gesetzt habe und mir dadurch sehr bewusst ist, was Einseitigkeit auch in einer Demokratie bedeutet! Und bitte vergessen Sie nicht bei Ihren Vorwürfen, dass ich wegen meines Kampfes gegen die “Deutsche Stimme” und die NPD in Riesa viele Monate in ein Personenschutzprogramm aufgenommen werde musste … damals hatte ich keinerlei Hilfe seitens der Verwaltung, sondern wurde ständig daran gehindert, in der Öffentlichkeit genau auf das Problem der “Deutschen Stimme” in Riesa hinzuweisen.
    Trotzdem ist es eine absolut tolle Sache, dass die Stadt Riesa endlich mit offenem Visier gegen die üblen Machenschaften von NPD und Deutscher Stimme kämpft. In dieser Beziehung kann ich nur sagen “Weiter so!”

    Ihr / Euer Thoralf Koß

  11. Bernhard sagt:

    Wolfgang Howalds Ausführungen zum Kommentar vom Herrn Koß kann ich hier nur unterstützen. Eine “ähnliche” Gefahr für die Demokratie von Links sehe ich nicht. Konkret sind es vor allem die Rechtsextremen und NPD, die in Riesa und Umgebung aktiv demokratische und menschenachtende Prinzipien untergraben wollen.

    Und dass die NPD aus dieser “einseitigen” Aktion Nutzen ziehen könnte, sehe ich auch als etwas zu hoch gegriffen an.

    Beste Grüße,
    Bernhard

  12. Wolfgang Howald, Vors. des Münchner-Platz-Komitees e.V. Dresden sagt:

    Sehr geehrter Herr Koß.
    Ihr Engagement gegen die NPD in Riesa achte ich sehr; es ist womöglich couragierter als die bloße Unterzeichnung eines Aufrufs.
    Dennoch bedauere ich, dass Sie sich nicht auch dem Appell anschließen können. Der Appell geht von der Kernbestimmung unserer Verfassung aus, dass alle Menschen gleichwertig sind. Zu Recht betont der Aufruf, dass es gerade die rechtsradikale Theorie und Praxis ist, die dieses Fundament unserer Demokratie außer Kraft setzen will, dass von einer “schleichenden Akzeptanz” einiger menschenverachtender Tendenzen der NPD gesprochen werden kann.
    Mir ist nicht einsichtig, weshalb man dies nicht ansprechen darf, ohne gleichzeitig auf linksradikale Gewalttaten zu sprechen zu kommen. Der m.E. überholte Begriff des “Extremismus” suggeriert, die Gesellschaft sei von beiden Extremen her bedroht. Zweifellos gibt es Linksradikale, die als Ausdruck ihrer Abneigung gegen “die da oben” zu Gewalttaten gegen Polizisten und “Bonzen” aufrufen. Das ist eindeutig kriminell und strafrechtlich zu verfolgen, stellt aber, anders als der Rechtsradikalismus, keine Gefahr für die Demokratie dar. Von einer “schleichende Akzeptanz” in der Mitte der Gesellschaft kann schon gar keine Rede sein.
    Rechtsradikale dagegen grenzen ganze Bevölkerungsgruppen aus, diffamieren und stigmatisieren sie. Diese Menschenfeindlichkeit rassistischer, ideologischer und antisemitischer Herkunft stellt die eigentliche Bedrohung der Gesellschaft dar.

    Wolfgang Howald
    Vorsitzender des Münchner-Platz-Komitees e.V. Dresden

  13. Petra Seipolt sagt:

    Sehr geehrter Herr Koß,

    einen Riesaer Appell gegen Rechtsextremismus zu unterzeichnen hat nichts damit zu tun, den Linksextremismus zu ignorieren oder die von ihm ausgehenden Gefahren zu verkennen.

    Als Kreisjugendring Meißen e.V. haben mit Überzeugung diesen Appell GEGEN RECHTSEXTREMISMUS unterstützt und freuen uns über die nun auch offizielle Unterstützung von Ministerpräsident Tillich und Landrat Steinbach.

    Petra Seipolt
    Kreisjugendring Meißen e.V.

  14. [...] möchte ich diese Aktion nicht unerwähnt lassen. In meiner Heimatstadt Riesa wurde der “Riesaer Appell” ins Leben gerufen. Ein Papier, welches die Leitlinien der Kinder- und Jugendhilfe festhält [...]

  15. Thoralf Koß sagt:

    Warum ich den Riesaer Appell: „Demokratie heißt hinsehen und Gesicht zeigen!“, nicht unterschreiben kann!

    „Demokratie heißt hinsehen und Gesicht zeigen – Demokratie heißt aber nicht Einseitigkeit bei der Verurteilung ideologischer Extremismusformen!“

    Sicherlich bin ich als ehemaliger Ausländerbeauftragter des Landkreises Riesa-Großenhain vielen als einer der schärfsten Kritiker und Kämpfer gegen die „Deutsche Stimme“ und die NPD in Riesa bekannt.
    Doch trotzdem kann ich den so genannten „Riesaer Appell“, der eine Initiative der Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Riesa (Outlaw / Sprungbrett e.V. / Kultur-Schleuder) ist, in dieser Form nicht unterstützen. Der Grund liegt darin, dass er sich einseitig nur dem Rechtsextremismus zuwendet und alle anderen Extremismusformen, die ähnlich gefährlich sind, unbeachtet lässt. Gerade diese Einseitigkeit ist im Umgang mit der Extremismusproblematik besonders für Jugendliche gefährlich, da sie dann diese Begrifflichkeit nur auf den rechten, aber beispielsweise nicht auf den linken Extremismus beziehen.
    Unser Grundgesetz aber, auf das sich der Appell bezieht, wendet sich gegen jede Form von Extremismus, der die Würde des Menschen verletzt. Gerade darin liegt die Stärke unseres Grundgesetzes: es schützt die Würde aller Menschen vor allen Formen der Verletzung der Menschenwürde!
    Der „Riesaer Appell“ aber lässt dies außer Acht – er deutet sogar Aussagen des Grundgesetzes um, indem er Verstöße fast ausschließlich mit der NPD in Verbindung bringt. Dies ist aber nur zu einem Teil richtig: Die „Deutsche Stimme“ und die NPD, die besonders in Riesa aktiv sind, treten durch ihr Verhalten das Grundgesetz mit Füßen und kaum ein demokratisch gesinnter Mensch versteht, warum man diese Partei, statt sie endlich zu verbieten, auch noch mit Steuergeldern (insgesamt ca. 12 Mio. € in Sachsen) fördert und unterstützt. Dagegen müssen wir uns hier in Riesa wehren – aber nur, indem wir dies konkret be-nennen! Beginnen wir allerdings, wie in diesem Appell, zu verallgemeinern, dann müssen wir uns im gleichen Atemzug auch gegen alle anderen Formen des Extremismus wenden!
    Unterlassen wir dies aber, dann unterstützen wir die ungenannt bleibenden Extremisten, vielleicht sogar mit dem „Erfolg“, dass die Rechtsextremisten zu einer Art von ungerecht behandelten „Märtyrern“ werden und sie dies auch noch mit ihrem Vorzeigepopulisten Gansel für sich ausnutzen. Wir werden dabei unglaubwürdig und erreichen vielleicht genau das Gegenteil von dem, was unsere gute Absicht zum Ziel hatte!
    Offene Jugendhäuser und alle Jugendeinrichtungen müssen ihre Pforten vor ALLEN Extremisten verschließen!
    Jeder Appell, der sich entweder gegen den Extremismus im Allgemeinen oder konkret gegen die „Deutsche Stimme“ und die NPD in Riesa wendet, wird von mir unterstützt. Darum ist es mir in diesem Falle leider nicht möglich, den „Riesaer Appell“ mit meiner Unterschrift zu unterstützen.
    Übrigens stehen zuhause in jedem meiner Fenster jeweils eine „Weiße Rose“. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass sich diese Blume, hinter der sich der antifaschistische Widerstand der Geschwister Scholl und vier weiterer christlicher Studenten verbirgt, in Riesa als Symbol unseres Kampfes gegen die „Deutsche Stimme“ und die NPD durchsetzt!

    Thoralf Koß

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